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Standpunkt

Jakob von Metzler ist tot

8. August 2006 | Von Dieter Petereit

Ob der Elfjährige durch den mutmaßlich pädophilen Mörder Magnus Gäfgen erstickt wurde oder ob Gäfgen ihn in den Langener Waldsee geworfen hat, wo er dann ertrank, ließ sich nicht zweifelsfrei klären. Leider ist der Fall weniger als eines der abscheulichsten Verbrechen der letzten Jahre im Gedächtnis geblieben, sondern vielmehr deshalb, weil der damalige Frankfurter Polizei(vize)chef Daschner Gäfgen Folter androhte, sollte er den Aufenthaltsort des Jungen nicht verraten.

Dabei ist der eigentliche Punkt: Jakob von Metzler ist
tot.  Ermordet von einem Menschen, der
bereits Jahre vor der Tat immer wieder mit pädophilen Übergriffen in Verbindung
gebracht wurde. Nun ist der Mord fast vier Jahre her und bereits seit 2003
sitzt der Mörder zu Recht hinter Gittern. Er war damals 27 Jahre alt. Durch die
Feststellung der besonderen Schwere des Verbrechens kommt eine Freilassung auf
Bewährung erst nach frühestens 18 Jahren in Betracht. Dann wäre der Mörder 45
Jahre alt. Und was dann? Der Nächste bitte?

Jedenfalls bereitet sich Gäfgen schon mal darauf vor, seine
Einzelzelle so frühzeitig wie möglich zu verlassen. Wie der Spiegel in seiner
jüngsten Ausgabe (Nr. 32/2006) berichtet, befindet sich gerade eine wohltätige
Stiftung in der Gründung, die schlicht Magnus-Gäfgen-Stiftung heißen und, man
glaubt es kaum, Kindern, die Opfer von Gewalttaten wurden mit Geld und/oder
juristischem Beistand helfen soll.

Passenderweise soll Stiftungsvorsitzender Gäfgens Anwalt
Heucheler (Oh, tschuldigung. Natürlich heißt er Heuchemer) werden, der ja auch
schon den Verlag gegründet hat, der Gäfgens selbstmitleidiges Werk „Allein mit
Gott“ vertreibt. Welches konkrete Kind jeweils mit Stiftungsmitteln versehen
wird, soll Gäfgen aus dem Gefängnis heraus persönlich entscheiden.

Würde man einem Kaufsüchtigen den Otto-Katalog vorlegen?

Lesenwertes zum Vorleben des Mörders gibt´s hier:
http://www.regenbogenwald.de/news/2002-0910.htm



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1 Kommentar

  1. Dieser Gäfgen muss schon ein besonders großes Ego haben - bei den Sachen, die er so veranstaltet. Eigentlich sollte er sich in seiner Zelle verkriechen und sich seiner Täten schämen. Einfach unglaublich, dieser Typ!

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